Bildquelle: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv - rba 116878

Das Unterstädter Tor

Das Unterstädter Tor

Endlich geschafft: Sie sind jetzt 120 m über der Stadt Niedermarsberg auf dem Eresberg angekommen.

Dieser steile Anstieg sowie das allseits steil abfallende Gelände mit dem 26 ha großen Plateau, das entspricht etwa der Größe von 36 Fußballfeldern, boten bereits im 4. Jh. v. Chr. ideale Voraussetzungen für eine kleine Befestigung an der höchsten Stelle des Plateaus, 150 m über dem Diemeltal.

Die im 7.–8. Jh. langsam ins Gebiet der Diemel einsickernden Sachsen erkannten diese günstige Lage, erhöhten die noch bestehenden Wälle und machten die Anlage zur bedeutendsten sächsischen Fliehburg. Hier konnten sie sich in Notzeiten mit ihrem beweglichen Hausstand und Vieh schützen. Eine aufwendige Sicherung war aufgrund der exponierten Lage nicht notwendig.

Im Jahr 772 eroberte Karl der Große diese Fliehburg und begann damit die 30 Jahre andauernden Sachsenkriege.

785 hielt sich Karl der Große für ein halbes Jahr auf der mittlerweile militärisch gesicherten „Eresburg“ auf und errichtete dort das erste Benediktinerkloster im Sachsenland mit einer kleinen „Capella“. Diese fromme Umschreibung ist ein Hinweis auf einen damals bereits bestehenden, umfangreichen Königsgutsbesitz mit der „Eresburg“ als Zentrum.

826 wurden das Kloster und der gesamte Berg dem neu gegründeten Kloster Corvey übertragen. Nach dem zunehmenden Verfall des Frankenreichs und den damit verbundenen militärischen Auseinandersetzungen wurde die „Eresburg“ immer wieder in Kämpfe mit den Schwalenbergern und Arnsberger Grafen verwickelt und dabei mehrfach erobert und zerstört.

Im Zuge der Machtpolitik und Grenzsicherung des Erzbistums Köln wurde die „Eresburg“ im 13. Jh. militärisch ausgebaut und zu einer Festung mit mächtigen Mauern, Türmen und Toren gesichert. Mit dem Umzug der meisten Bürger Horhusens, dem heutigen Niedermarsberg, auf den jetzt sicheren Berg entsteht die Stadt Obermarsberg.

Hier, an dieser Stelle, befand sich das starke „Unterstädter Tor“ zur Sicherung des einzigen Zugangs aus dem Diemeltal.

In den Grundmauern des gegenüberliegenden großen Hauses sind noch Elemente des ehemaligen Unterstädter Tores zu vermuten. Erst zum Ende des Dreißig-jährigen Krieges wird die Festung „Eresburg“ erobert und komplett zerstört.

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