Haus Dalberg
Haus Dalberg
Bei einem verheerenden Hochwasser der Glinde im Jahr 1866 wurde das Haus und die Apotheke der Familie Iskenius, die an dieser Stelle standen, so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Auf dem nun freien Platz errichtete die Kaufmannsfamilie Louise und Alex Dalberg dieses imponierende Gebäude mit seiner neoklassizistischen Straßenfront.
Alex Dalberg betrieb hier eine Getreidehandlung. Das Getreide lagerte auf dem großen Dachboden des Hauses sowie in einem weiteren Getreidelager im Hinterhof.
1895 heiratete Louis Nordheimer, Sohn einer wohlhabenden und alteingesessenen jüdischen Familie, eine Tochter der Dalbergs, Emilie Dalberg, und zog in das Gebäude ein.
1900 wurde er Gesellschafter der Marsberger Dampfziegelei an der B7, welche 1915 in „Marsberger Dampfziegelei Nordheimer & Co.“ umbenannt wurde. Zusammen mit seinen Brüdern Julius und Moritz errichtete er in der Paulinenstraße die „Marsberger Glasfabrik“, die 1905 mit 60 Arbeitern ihren Betrieb aufnahm.
Louis Nordheimer war als Stadtrat in der Lokalpolitik engagiert und saß im Aufsichtsrat des Sauerländer Bankvereins.
1922 errichtete die Familie die Villa „Haus Emilie“ am Grünen Weg. Als Louis Nordheimer 1926 starb, übernahm sein Sohn Fritz die Geschäftsführung der Ziegelei sowie der Glasfabrik, über die in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre ein Konkursverfahren eröffnet werden musste.
Da er nach 1933 als Jude in Deutschland keine Zukunft mehr sah, emigrierte er 1934 nach Chile, wohin ihm seine Mutter und seine Schwester folgten. Das Haus wurde zunächst vermietet und musste 1939 im Zuge der „Arisierung der deutschen Wirtschaft“ unter Wert verkauft werden. In der nachfolgenden Zeit befand sich im Erdgeschoss des Hauses zunächst die Magnus-Apotheke und seit 2002 das Magnus-Café.

























