Der Johannesborn – Ein Meilenstein der Wasserversorgung
Der Johannesborn – Ein Meilenstein der Wasserversorgung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Essentho etwa 800 Menschen. Die Versorgung mit Trinkwasser war mühsam, denn das Wasser musste täglich aus Brunnen und Quellen in der Umgebung des Dorfes geholt werden. Für den Bau einer zentralen Wasserversorgung fehlten jedoch die finanziellen Mittel.
Um eine Lösung zu finden, stellte Karl von Savigny, Landrat des Kreises Büren, 1.000 Mark aus Überschüssen der Kreissparkasse für die Suche nach geeigneten Wasservorkommen „auf dem Bruch“ bereit. Nachdem erste Untersuchungen erfolglos geblieben waren, wurde der Wasserbauingenieur Leithäuser aus Kassel hinzugezogen. Er empfahl die Nutzung der rund 600 Meter entfernten Rummeckequelle, die etwa 50 Meter tiefer lag und täglich große Mengen hochwertigen Trinkwassers lieferte.
Im Jahr 1906 begannen die Bauarbeiten. Die Kosten wurden zu zwei Dritteln von Meerhof und zu einem Drittel von Essentho getragen. Um die Quelle zu schützen, blieb der natürliche Quellaustritt erhalten. Über einen Stollen wurde das Wasser zu einer Quell- und anschließend zu einer Klärkammer geleitet. Das überschüssige Wasser trieb eine Turbine an, die das Trinkwasser in einen Hochbehälter an der Straße zwischen Essentho und Meerhof förderte. Von dort aus wurden beide Dörfer mit Wasser versorgt.
Am 4. April 1907 floss erstmals Wasser aus den Wasserhähnen in Essentho. Wenige Wochen später, am 15. Mai 1907, feierten die Einwohner gemeinsam mit allen Beteiligten die erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen Wasserversorgung.
In den 1980er Jahren musste die Nutzung der Quelle eingestellt werden, da die Wasserqualität durch Düngemitteleinträge nicht mehr den Anforderungen entsprach. Heute kümmern sich die Essenthoer Johannessänger um die Pflege und den Erhalt dieser bedeutenden historischen Anlage.

































