Entwicklung des Hotel- und Gaststättengewerbes in Marsberg
Entwicklung des Hotel- und Gaststättengewerbes in Marsberg
Bereits im Jahr 900 erhielt das Kloster Corvey von König Ludwig dem Kind das Marktprivileg für Horhusen – das heutige Niedermarsberg. Der Ort entwickelte sich zu einem bedeutenden Handels- und Rastplatz am wichtigen Handelsweg zwischen Frankfurt und Bremen, da hier die Diemel gequert werden musste.
Wo Händler rasteten, wurde auch für ihr leibliches Wohl gesorgt: So entstanden
früh zahlreiche Wirts- und Gasthöfe, ergänzt durch Brauereien und Schnapsbrennereien.
Die Gaststätten lagen am Markt, im Weist, an der langen Straße (heute Hauptstraße), am Diemeltor sowie an der Chaussee und in Obermarsberg. Viele Wirte betrieben ihr Gewerbe im Nebenerwerb und waren zugleich als Ackerbauern, Bäcker, Metzger oder Kaufleute tätig.
Im 19. Jahrhundert begann der Wandel vom einfachen Gasthof zum modernen Hotel. Einen entscheidenden Impuls lieferte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Mit der Eröffnung des Bahnhofs Marsberg im Jahr 1873 stieg die Nachfrage nach komfortablen Unterkünften für Geschäftsreisende und erste Touristen deutlich an. Ein weiterer Aufschwung folgte mit der Verbreitung des Automobils. Ehemalige Pferdeställe (Remisen) wurden zu Garagen für „Kraftwagen“ umgebaut, um den Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden.
In den letzten Jahrzehnten führte ein tiefgreifender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wandel zur Schließung vieler Betriebe. Heute richtet sich das „Beherbergungsangebot“ vor allem an Rad- und Wandertouristen, insbesondere entlang der regionalen Wanderwege und des Diemelradwegs.
Akuter Münzmangel nach dem Ersten Weltkrieg ließ viele Städte eigenes Notgeld drucken. So auch die Stadt Marsberg. Neben allgemeingültigen Scheinen, gab es auch diesen Gutschein über 50 Pfg, gestaltet vom Niedermarsberger Bildhauer Bernard Larenz und gedruckt von der Buchdruckerei Boxberger 1921.
Den Schein durfte man ausschließlich in fünf ausgewählten Lokalen einlösen.


































