Stadtansicht von 1730
Stadtansicht von 1730
Diese malerische Stadtansicht stammt aus der Feder des Künstlers Renier Roidkin. Sie entsteht in den Jahren zwischen 1720 und 1730 und zeigt die Stadt Marsberg mit Nieder- und Obermarsberg.
Niedermarsberg, ehemals Horhusen, entsteht um das Jahr 650 als Furtsiedlung im Zuge des Fernhandelsweges Frankfurt – Bremen/Hamburg, der hier die Diemel quert. Reiche Kupfervorkommen, die zur gleichen Zeit erschlossen und in der nahegelegenen Siedlung Twesine verhüttet werden, tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Talsiedlung bei.
Auf dem Berg, dem heutigen Obermarsberg, befindet sich zur gleichen Zeit die größte Fliehburg der Sachsen, die „Eresburg“. Der Name „Eresburg“ leitet sich von „Erzberg“ ab.
Im Jahr 722 beginnt Karl der Große hier mit der Eroberung der Eresburg die dreißig Jahre andauernden Sachsenkriege. 785 weilt er für ein halbes Jahr in der mittlerweile militärisch gesicherten Eresburg, feiert dort das Osterfest und errichtet das erste Benediktinerkloster im Sachsenland mit einer kleinen Kirche.
Diese Klostergründung bewirkt eine deutliche Zunahme der Siedlungstätigkeit im gesamten Umfeld. 826 werden das Kloster und der gesamte Berg dem neu gegründeten Benediktinerkloster Corvey übertragen. In dieser Zeit entsteht in Horhusen mit der Dionysiuskirche die erste Pfarrkirche der Talsiedlung.
Horhusen entwickelt sich wirtschaftlich weiter und erhält im Jahr 900 als eine der ersten Städte Westfalens das Dortmunder Stadt- und Münzrecht. Im 13. Jahrhundert erfolgt auf Initiative des Erzbistums Köln die militärische Sicherung des Eresberges und dessen Ausbau zur Festung. Mit dem Umzug vieler Bürger Niedermarsbergs auf den nun sicheren Eresberg entsteht die Stadt Obermarsberg. Das wirtschaftliche Zentrum im Tal bleibt bestehen und wird ebenfalls durch eine Mauer mit vier Toren gesichert.

































